Willkommen zu Hause! So geht Onboarding im Homeoffice

Nicht nur Bewerbungsgespräch sind in Lockdown-Zeiten komplett anders: Wenn man den neuen Job dann in der Tasche hat, geht es mit dem virtuellen Onboarding erst richtig los. Hier ein paar Tipps!

Wie heißt die Kollegin mit den blonden Haaren? Wo war nochmal die Kaffeemaschine? Und wo liegt das Laufwerk, auf dem sich alle wichtigen Dateien befinden? Der erste Tag im neuen Job bringt viele Herausforderungen mit sich. Und gerade jetzt, in Zeiten von Remote Work, wo sich ein Großteil der Belegschaften immer noch im Homeoffice befindet, heißt Onboarding oft: Willkommen zu Hause! Statt Blumenstrauß, Händeschütteln und Umtrunk mit den neuen Kollegen muss man sich oft selbst darum kümmern, dass man am ersten Tag wirklich wahrgenommen wird, die Kollegen kennenlernt und alles erfährt, was man wissen muss.

Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation!

Das Problem: Auch für viele Unternehmen ist das Thema Homeoffice – und virtuelles Onboarding noch viel mehr – relativ neu. Denn in den ersten Tagen kommt es vor allem auf die Kollegen an. Nur sie können es schaffen, dem Neuling die Unsicherheit zu nehmen und zu signalisieren: Wir brauchen Dich, Du bist hier willkommen. Doch wie gelingt das, wenn man sich nicht im echten Leben sehen darf? Die Lösung: „Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation!“ Das ist es, worauf es beim „remoten“ Einstieg in den neuen Job ankommt, sagt Charlotte Stelzer, Talent Acquisition Manager bei C3 Creative Code and Content. Und das nicht erst ab Tag eins, sondern bereits im Vorfeld. „Im Idealfall meldet man sich schon vor dem Jobeinstieg bei dem neuen Mitarbeiter, lässt ihm die benötigte IT-Infrastruktur zukommen, sendet vielleicht ein paar nette Worte oder einfach eine kleine Aufmerksamkeit.“ So wie C3, dort bekommen Neuanfänger Stifte, Block und Geschenke geschickt. Natürlich gebrandet, schließlich sollen sie sich auch gleich mit ihrem neuen Job identifizieren. „Wichtig ist, dass man die Mitarbeiter von der ersten Minute an abholt und nicht alleine lässt.“ Bei der Content-Agentur heißt das: Tag eins findet immer im Büro statt – natürlich unter Corona-Auflagen. Die ersten zwei Wochen sind komplett durchgeplant, samt virtuellen Coffee Dates mit neuen Kollegen. Jeder im Team muss informiert sein, dass jemand neues beginnt – und offen, mit dieser Person auch jederzeit zu kommunizieren. Denn zu Hause ist die Hemmschwelle noch höher, bei Fragen auch zu fragen, und nicht einfach den Tischnachbarn zu löchern. Auch ein außerplanmäßiges Teammeeting, bei dem man nur über Privates spricht, kann helfen. Und dem Neueinsteiger zeigen: Du bist nicht allein, wir sind alles nette Menschen. Und wir sind froh, dass Du da bist!  

Immer an der Seite: Der Buddy

Auch ein „Buddy“ ist ein wirksames Mittel, Einsteiger im Homeoffice nicht allein zu lassen. Im Idealfall stammt dieser nicht aus dem Kernteam und steht dem Neuankömmling mit Rat und Tat zur Seite, kann jederzeit angerufen werden, und das auch mal bei vermeintlich „doofen“ Fragen. Wer das Glück hat, einen neuen Job in einem Unternehmen anzufangen, das diese Punkte beachtet, sämtliche Mitarbeiter auf die außergewöhnliche Situation vorbereitet und es schafft, neue Mitarbeiter auch in den eigenen vier Wänden wirklich abzuholen, der kann sich auf einen erfolgreichen Start freuen – ob Remote oder nicht. Trotzdem: Auch ein noch so professionelles digitales Onboarding kann einen Tag im neuen Büro – mit Händeschütteln und Umtrunk – nicht komplett ersetzen. Und das ist eigentlich gut so, findet Charlotte Stelzer: „Denn das Miteinander, den Austausch und das Zusammenkommen macht auch ein noch so gut funktionierendes virtuelles Zusammenarbeiten einfach nicht wett.“