Karriereplanung nachgefragt: Und was, wenn man Chef werden will?

Interview mit Florian Lietz, Werbe- und Kommunikationsagentur hempfprigge*, zum Thema Nachwuchs im Eventmanagement

Florian Lietz ist Financial Director bei der Hamburger Agentur hempfprigge*. Bei uns im Interview erläutert er, wie er den Nachwuchs fürs Eventmanagement einschätzt und was Arbeitgeber heute ihren Mitarbeitern bieten sollten.

Herr Lietz, befragt man den potentiellen Nachwuchs nach ihrem Berufswunsch Eventmanager, kommen oft ähnliche Vorstellungen dabei heraus. Beschränken sich die potentiellen Nachwuchskräfte zu sehr auf den klassischen Eventmanagerberuf und grenzen dabei Chancen aus?

Ich freue mich, dass unsere Bewerber oft recht solide Vorstellungen haben, von dem, was sie erwartet. Viele haben schon Erfahrungen z.B. auf Festivals oder als Praktikanten gesammelt und haben einen realistischen Blick auf die Event-Welt. Neu ist oft, dass im Job dann auch ein organisatorisches Talent gefragt ist. Der Beruf des Eventmanagers umfasst den ganzen Bereich von der Angebotserstellung über die Planung bis zur Umsetzung. Spannend und auch herausfordernd. Deshalb bieten wir Kennenlerntage und Praktika an, damit man alle Bereiche erleben kann und alle Herausforderungen frühzeitig kennenlernt.

Was müssen Event- und Messemanager können und was können sie wirklich? Laut der Berufsfeld-Studie unseres Kooperationspartners TU Chemnitz werden die sozial-kommunikative und die Organisationskompetenz als die bedeutendsten eingeschätzt. Dazu kommen noch die fachliche, methodische sowie die technische Kompetenz. Setzen wir mal die ersten beiden als Grundvoraussetzung für den Beruf voraus, wie können Nachwuchskräfte ihre fachliche und methodische Kompetenz stärken?

Durch Learning by doing! Ich bin ein großer Freund von Berufserfahrung und wenn jemand viel Berufserfahrung hat, kennt er die wesentlichen Hürden des beruflichen Alltags in der Branche. Denn Eventmanager müssen unterschiedliche Aufgabenbereiche kennen, delegieren und als Ganzes zusammenfügen, damit alle Bereiche am Ende auch zusammen funktionieren. Was die theoretischen Grundlagen wie z.B. die Methodik angeht, arbeiten wir ja deshalb gerne mit dem Studieninstitut für Kommunikation zusammen.

Wie sollten Nachwuchskräfte strategisch bei ihrer Karriereplanung vorgehen? Als Generalisten ausbilden lassen oder gleich als Spezialist auftreten?

Ich empfehle erst mal eine sehr breit gefächerte Ausbildung mit solidem Tiefgang und hohem Praxisanteil. Ausbildung braucht Zeit, um Wissen weiterzugeben. Spezialisieren kann man sich dann später, nachdem eine solides Fundament gegossen ist, auf dem man sicher stehen kann.

Und wenn man Chef werden will? Gleich den Bachelor und Master machen?

Führungsqualifikation hängt nicht vom akademischen Grad ab, sondern von der persönlichen Eignung und den Qualifikationen, die ich eindeutig im Praxisalltag sehe. Die Weiterbildung kann dann später berufsbegleitend absolviert werden.

Was vermissen Sie bei den Bewerbern heute? Was haben diese vorherigen Generationen voraus?

Die Rahmenbedingungen haben sich im Lauf der Zeit verändert. Vor 20 Jahren wollten alle in die Agenturen, weil es „modern und cool“ war und die Bewerber rangelten sich um einen Job. Heute sind das die Start-ups, die diese Rolle eingenommen haben. Heute macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar und die Arbeitgeber müssen sich schon etwas einfallen lassen, um Mitarbeiter zu bekommen und zu halten. Goodies, wie Überstunden-Regelungen, ein attraktives Arbeitsumfeld usw. werden immer wichtiger. Bei den Fähigkeiten der Bewerber kann man – abhängig vom Alter – interessante Unterschiede erkennen: Sehr junge Einsteiger haben sehr viele Erfahrungen mit Smartphones, Apps und Internetkommunikaton, interessanterweise aber zunehmend weniger Erfahrungen mit Computern und Programmen wie z. B. Excel.

Wie sollte man gute Mitarbeiter motivieren, um zu bleiben?

Beim miteinander Arbeiten ist das Wesentliche das Zwischenmenschliche. Wertschätzung ist der Mittelpunkt von allem. Das macht heute einen attraktiven Arbeitsplatz aus. Ein ehrlicher und echter Umgang miteinander ist die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Aus diesem Grund steht für uns die „wahre Kommunikation“ im Mittelpunkt und ist Teil unseres Namens: hempfprigge* | * Agentur für wahre Kommunikation.

 

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Fotonachweis: hempfprigge*