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20.03.2019
Interview mit Wolfgang Altenstrasser von VOK DAMS

Was Agenturen von Praktikanten lernen können

"Junges Gemüse und alte Hasen": Interview mit Wolfgang Altenstrasser, VOK DAMS, über seine Schülerpraktikantin Svenja Jentzen

In unserer Reihe "Junges Gemüse und alte Hasen" stellen wir die Frage, was junge Talente und renommierte Profis voneinander lernen können oder bereits gelernt haben. Können Profis in Agenturen beispielsweise etwas von Schülerpraktikanten lernen? Wir haben Wolfgang Altenstrasser über seine Schülerpraktikantin Svenja Jentzen gefragt. Er ist Director Corporate Communications bei Agentur VOK DAMS.

Auf dem Career Hub 2019 der BEST OF EVENTS hat uns Ihre Schülerpraktikantin Svenja Jentzen mit ihrem gemeinsamen Auftritt beeindruckt. Die erst 16-Jährige wirkte sehr selbstbewusst und zielstrebig und ließ sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Deshalb unsere Frage: Wie sind Sie an eine solche taffe Schülerpraktikantin gekommen?

Interessanterweise ist Svenja zu uns gekommen. Im Rahmen einer Projektarbeit hat sie eine Agentur gesucht, die ihre und die Fragen ihrer Gruppe beantworten kann. Nach dem Besuch unserer Agentur, der von ihr vorbereitet wurde, übergab sie uns eine Bewerbung für das Schülerpraktikum. Mich hat diese Zielstrebigkeit beeindruckt, weshalb ich spontan zugesagt habe.

Was hat Sie am meisten an dem Teenager als Praktikantin beeindruckt? Entsprach sie Ihren Vorstellungen von der Generation Z?

Ich hatte ihr trotz der kurzen Praktikumszeit komplexe Aufgaben gestellt. Sie sollte ihren Eindruck von der Generation Z beschreiben und mit vorliegenden Studien abgleichen. Der Text war so gut, dass ich entschieden hatte, Svenja mit auf die Bühne des Career Hub zu nehmen.

Haben Sie als „alter Hase“ etwas von dem „jungen Gemüse“ lernen können?

Lernen konnte ich, wie lösungsorientiert Svenja an die Aufgaben ging. Nicht lange überlegt, ob man das schafft oder ob ich genug weiß - einfach machen. Natürlich habe ich auch einen schönen Eindruck von der intensiven Nutzung der webbasierten Medien mitbekommen. Lösungssuche auf YouTube nicht auf Google. Facebook ist out, Instagram ist das soziale Medium ihrer Generation.

Und umgekehrt: Welche wertvollen Erfahrungen konnte die Schülerin aus ihrem Praktikum mitnehmen?

Ich denke, dass eine besondere Erfahrung darin lag, dass man ihr spannende Aufgaben übertrug. Auch dass wir uns die Mühe gemacht haben, jedes Arbeitsergebnis intensiv mit ihr durchzusprechen. Ich glaube, sie hat mit ihren 16 Jahren ein ziemliches „Erwachsenenfeeling“ erlebt.

Und was sagten Ihre Mitarbeiter über diesen eifrigen Nachwuchs? Was hatten Sie als Agentur von einer Schülerpraktikantin?

Wir haben öfter Schüler-Praktikanten. Sie werden von den Mitarbeitern eher als Belastung empfunden, da man sich dauernd Aufgaben ausdenken und die Zeit für ein Feedback nehmen muss. Svenja, die in verschiedenen Bereichen tätig war, hatte alle überrascht. Und das vor allem durch ihre direkte Art auf die Mitarbeiter zuzugehen. Das hat beeindruckt.

Welche Talente sollten Schüler und Abiturienten mitbringen, wenn sie in der Live-Kommunikation erfolgreich sein wollen?

Wir sprechen gern vom agilen Mindset. Also die Offenheit, sich mit Themen auseinanderzusetzen ohne bereits die Schere der eigenen Meinung im Kopf zu haben. Ein etwas extrovertiertes Auftreten ist auch durchaus hilfreich. Es ist immer ein schmaler Grat zwischen selbstbewusstem Auftreten und Überheblichkeit. Jeder, der Kinder großgezogen hat, kennt diese Phasen. Aber es ist immer leichter, Übereifer zu dämpfen als stille Schüler zu motivieren. Wichtig ist die Einstellung, alles auszuprobieren, da ich in einem Praktikum nichts falsch machen kann. Es geht um das Sammeln von Erfahrung in unbekannten Situationen.

Welche Tipps eines langjährigen Profis in der Live-Kommunikation könnte jungen Talenten noch weiterhelfen?

Es ist wahnsinnig schwierig in jungen Jahren, eine Rolle zu spielen. Man muss authentisch rüberkommen.  Hier sollte dann auch der Betreuer ansetzen, denn hier ist auch Charakterbildung angesagt. Positive Grundhaltung, Offenheit für andere Meinungen, konfliktfreie Kommunikation – das alles sind Themen, die neben den fachlichen Inhalten mitgenommen werden können. Und eins ist noch ganz wichtig. Sich selbst überwinden und ein Feedback einfordern, auch wenn man sich damit nicht immer beliebt macht. 

Wird VOK DAMS auch weiterhin gewitzte Schüler-Praktikanten annehmen?

Auf alle Fälle. Man muss aber fairerweise sagen, dass die Beurteilung, ob Schüler-Praktikanten besonders gewitzt sind, oft erst nachher getroffen werden kann. Ohne einen Betreuer in der Agentur, der sich Zeit nehmen kann, sind Schüler-Praktikanten ziemlich verloren.

Bildnachweis: Studieninstitut

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