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03.12.2018
Frau Prof. Dr. Cornelia Zanger von der TU Chemnitz im Interview

10 Jahre Eventforschung: Was wurde erreicht?

Im Interview ist Prof. Dr. Cornelia Zanger, Initiatorin der Veranstaltung "Wissenschaftliche Konferenz Eventforschung" - Sie ist im Januar auch als Speakerin beim Career Hub auf der Best of Events International dabei.

Zehn Jahre Konferenz und Forschung: Wer steckt außer Ihnen hinter der „Wissenschaftlichen Konferenz Eventforschung“?

Prof. Dr. Cornelia Zanger: In diesem Zusammenhang ist es vielleicht sehr interessant zu hören, dass vor allem Vertreter der Praxis mich ermuntert haben, die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse, die wir am Lehrstuhl an der TU Chemnitz gewonnen hatten, doch in einem breiteren Rahmen von Wissenschaftlern und Praktikern zu diskutieren. Es waren in 2009 vor allem Michael Hosang, der Geschäftsführer des Studieninstitutes, mit dem wir als TUC in unserem MBA Live Kommunikation/ Eventmarketing seit 2005 erfolgreich zusammmenarbeiten, und Peter Blach, der Chef des BlachReports, der auf vielfältige Weise Impulsgeber für die Eventbranche ist. Heute stehen neben meinem Lehrstuhl viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen hinter der Konferenz, die die Plattform zum Dialog nutzen und natürlich auch die Veröffentlichungsmöglichkeit im jährlichen Konferenzband beim renommierten Springer Gabler Fachverlag schätzen. Und ganz besonders freuen wir uns natürlich über die Unterstützung der Branchenverbände FAMAB und AUMA.

Wie sehen Sie Ihre persönliche Bilanz nach 10 Jahren Eventforschung? Was sind die durchgreifenden Erfolge? Was muss sich noch verbessern?

Prof. Dr. Cornelia Zanger: Die persönliche Bilanz ist sehr positiv. Es ist gelungen, das Thema Eventforschung im DACH Raum zu etablieren und damit deutlich zu machen, das Live-Kommunikation, d.h. Events und Messen, in der Tat ein interdisziplinäres Forschungsfeld sind, auf dem es aus Sicht verschiedener Wissenschaftsdisziplinen wie BWL/Marketing, Psychologie, Soziologie, Theater-, Tourismus- und Sportwissenschaften und auch der Informatik und Technik sehr viele spannende Forschungsaufgaben gibt. Jährlich nutzen 200 Interessierte aus Wissenschaft und Praxis die Konferenz als Plattform für einen intensiven Dialog. Neun Konferenzbände sind bisher erschienen, die die Beiträge der Referenten und damit neueste Forschungsergebnisse einem breiten Publikum an den Hochschulen und in der Praxis zur Kenntnis gegeben werden. Wir befinden uns den Bibliotheken, auf den Literaturlisten zu Lehrveranstaltungen und in den Bachelor- und Masterarbeiten. Viele neue Forschungsthemen konnten mit Hilfe der Konferenz in der Community eingeführt werden so z.B. Event und Social Media, digitale Tools bei Events und Messen, Gamification als Inszenierungselement oder ganz neu, eSports im Eventmarketing. Die Konferenz kann nicht mit den Konferenzbeiträgen und auch nicht aus Universitätsmitteln finanziert werden, deshalb bin ich unseren Sponsoren wie der ITB, dem AUMA, der TUCed und dem Studieninstitut sehr dankbar. Hier sehe ich das entscheidende Potential für die Verbesserung. Wie benötigen ein längerfristige tragbares Finanzierungskonzept für die Konferenz.

Was bedeutet die Konferenz für Ihre Arbeit mit Studenten oder neuen Bildungsformaten?

Prof. Dr. Cornelia Zanger: Ich bin sehr stolz, dass wir seit der ersten  Konferenz Studenten der TUC, z.B. aus dem MBA Studiengang Live Kommunikation und dem Bachelorstudiengang Messe- und Eventmanagement, dabei haben. Darüberhinaus wächst auch jährlich die Anzahl der Studierenden, die sich aus allen Ecken Deutschlands von ihren Hochschule zur Konferenz nach Chemnitz aufmachen. Ich merke, dass die Beiträge und Diskussionen zur Konferenz die Studenten inspirieren, in den Lehrveranstaltungen mehr zu diskutieren und interessante Themen für ihre Bachelor- und Masterarbeiten zu finden. Darüber hinaus ist es ein großer Erfolg, dass wir in diesem Jahr bereits zum vierten Mal den Deutschen LiveCom Preis.

Wie wird sich die zukünftige Eventforschung entwickeln? Was werden die Schwerpunkte sein, was die Trends?

Prof. Dr. Cornelia Zanger: Wir konnten zur Konferenz drei große Forschungstrends ausmachen, zum einen das Thema ‚Events im digitalen Zeitalter‘ – das wird auch das Schwerpunktthema der 11. Konferenz am 25.10.2019 sein, ‚Events und gesellschaftliche Entwicklungen‘ wie z.B. Nachhaltigkeit, FK-Mangel; Sicherheit, usw. - sowie das uns schon lange beschäftigende Thema ‚die qualifiziertere Wirkungs- und Ergebnismessung von LiveCom-Maßnahmen‘.

Wenn Sie einen Wunsch für die zukünftige Eventforschung hätten, welcher wäre das?

Prof. Dr. Cornelia Zanger: Ich denke, wir haben im DACH-Raum mit unserer Eventforschung insbesondere in der Untersuchung der Wirkung auf die Brand Experience, mit dem strategischen Blick der Intergration in die Unternehmenskonmmunikation (cross media) und mit der Betrachtung digitaler Tools, ganz viele spannende Ergebnisse, die der internationalen Forschung noch mehr zugänglich gemacht werden müssten. Als TUC sind wir regelmäßig auf den großen internationen Marketingkonferenzen vertreten. Ich würde mir wünschen, noch mehr der Kolleginnen und Kollegen aus dem DACH Raum zu treffen.

TIPP: „Events im digitalen Zeitalter“ Schwerpunktthema der 11. Wissenschaftlichen Konferenz Eventforschung am 25.10.2019.

Fotonachweis: Prof. Dr. Cornelia Zanger/Studieninstitut für Kommunikation

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