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09.12.2016
Wie sich Arbeitgeber und Mitarbeiter in der Eventbranche finden

Wie sich Arbeitgeber und Mitarbeiter in der Eventbranche finden: Fragen an Unternehmensberater und Unternehmer.

Haben Sie die 360 Grad-Marketing-Kompetenz? Wir haben Unternehmensberater und Unternehmer der Eventbranche dazu befragt.

Sein Job ist es, den/die ideale/n Mitarbeiter/in für eine ganz bestimmte Position in der Eventbranche zu finden. Ebenso können Berufserfahrene zu ihm kommen und um Rat fragen. Klaus Grimmer von der Unternehmensberatung kg-u vermittelt Fach- und Führungskräfte in der Eventbranche. Und berät Unternehmen und Berufsstätige als Personalberater. Deswegen fragen wir Klaus Grimmer: Was muss er oder sie denn können als idealer Mitarbeiter – oder gibt es ihn gar nicht?

Studieninstitut: „Herr Grimmer, gibt es Anforderungen an potentielle Arbeitnehmer, die alle Arbeitgeber gerne stellen? Wie sieht das ideale Bewerberprofil aus, das die Herzen von Personalentscheidern höherschlagen lässt?“
Klaus Grimmer: „Der ideale Bewerber fügt sich in eine Welt ein, die maßgeblich von Kommunikation bestimmt ist. Sei es inhaltlich oder rhetorisch. Demnach spüren Personalverantwortliche schnell, mit welchen Qualifikationen sie es zu tun haben. Alle voran ist Bildung und Ausbildung in jeglicher Hinsicht von Vorteil. Konkret: Deutschkenntnisse, Sprachen inklusive Auslandserfahrungen. Grundsätzlich aber auch ein kaufmännisches Verständnis für Zahlen sowie fachlich, weil Events für viele Zwecke eingesetzt werden, eine 360 Grad-Marketing-Kompetenz. Dazu: Gute Umgangsformen, Empathie und Führungsqualitäten.“

Q: „Differenzierung heißt, anders zu sein. Wodurch können sich Bewerber abheben, wie können Sie in besonderem Maße auf sich aufmerksam machen?“
A: „Es ist von Vorteil, wenn sich Bewerber im Detail mit den jeweiligen Anforderungsprofilen vorab auseinandersetzen. Man sollte zwischen den Zeilen lesen, was der Arbeitgeber wirklich sucht, um danach seine eigenen Stärken, Kompetenzen, aber auch Spezialisierungen ins Spiel zu bringen. Meine Empfehlung: die Kundenstrukturen beziehungsweise Branchenschwerpunkte recherchieren, um zu sehen, mit welchen Skills man hier punkten kann.“

Q: „Wie hat sich das gewünschte Bewerberprofil in den letzten Jahren verändert? Was war früher in und heute out bei der Bewerbung?“
A: „Früher hatten wir Veranstaltungen, die wir mit Musik, Catering und Personal ausgestattet haben. Das ist heute nicht mehr der Fall. Eventmarketing bedient heute das 360-Grad Marketing. Wer ,in‘ sein will, bringt genau diese Kompetenz mit.“

Q: „Was sind neue Anforderungen im Zuge der Digitalisierung?
A: „Für das perfekte Erlebnis im Eventmarketing ist die Digitalisierung maßgeblich. Ob Social-Media, Web- oder Mobile-Marketing: webbasierte Strukturen sind fester Bestandteil im Event-Mix.“

Q: „Hier noch eine Bitte für einen heißen Tipp für unsere Nachwuchskräfte, die in die Event-Branche streben: Was raten Sie ihnen mit Blick auf den Berufseinstieg?
A: „Praktika! Praktika! Praktika! Wenn viele operative Erfahrungen das Wissen nachhaltig prägen, dann stimmen die wichtigsten Voraussetzungen. Man weiß, dass man keine „Party macht“, sondern wie man gewissenhaft und zielsicher die Planung und Realisierung von Events jeglicher Größe und Anforderung beherrscht.“

Wer Klaus Grimmer live befragen will, hat auf der BEST OF EVENTS INTERNATIONAL 2017 und hier auf dem CAREER HUB des Studieninstituts gleich zweimal die Gelegenheit dazu: Am ersten Messetag von 14:15 Uhr bis 15:00 Uhr in der Talk-Runde: Stress out – die Bildungs-Agenda 2020 digital.
Wir zeigen im Diskurs mit unseren Gästen, wie und vor allem wofür Unternehmen ihre Mitarbeiter fit machen sollten. Denn digitale Kompetenzen geben künftig weitaus mehr den Ausschlag darüber, ob der Pitch gewonnen, das Konzept erfolgreich beim Kunden verkauft oder die eigene Website und die Präsenz in den Social Media Kanälen dem Kunden die eigenen Produkte/ Dienstleistungen näherbringt.
Dann nochmal am zweiten Messetag von 11 Uhr bis 12 Uhr im Career Check: Expertentalk zum Thema „Gedanken im Vorfeld – was jeder beachten sollte, der in die Eventbranche einsteigen will."
Wo: Halle 7, Stand 7. A12


Berufsbegleitend studieren war die einzige Option:
Einer, der alle gesuchten Qualifikationen erfüllt und es bereits geschafft hat, ist Sebastian Deeg (Prokurist/ Marketing Manager, DEEG exhibition & more GmbH). Er hat in Rekordzeit einen Bachelor und danach den Master absolviert und leitet jetzt die Firma seiner Familie weiter. Wie er das gemacht hat, lesen Sie hier….

Q: „Zuerst haben Sie den Bachelor Messe- und Eventmanagement und dann im Anschluss auch noch der Master Eventmarketing absolviert. Was war für Sie der Grund, sich neben der Vollzeit-Berufstätigkeit weiterzubilden?“
A Sebastian Deeg: „Für mich kam nur ein berufsbegleitendes Studium wie der MBA Eventmarketing infrage. Denn ich hatte auch keine Lust mehr, Vollzeit-Student ohne Einkommen zu sein. Überzeugt hat mich dann auch der Aspekt der Internationalisierung, denn einige Dozenten des Studiengangs kommen aus diesem Umfeld, was ja gerade für unsere Branche sehr wichtig ist, da wir alle international arbeiten. Und der MBA ist ein Kooperationsstudiengang. Die TU Chemnitz, die hier einen exzellenten Ruf hat, vermittelt die Theorie und das Studieninstitut für Kommunikation mit den Dozenten aus Unternehmen und Agenturen das Praxiswissen. Eine ideale Kombination.“

Q: „Warum haben Sie damals den Master Eventmarketing gemacht? Was hat Sie überzeugt?“
A: „Das ist familiär begründet, da ich aus einem Familienbetrieb stamme, der jetzt mit mir in dritter Generation Messebau und Design betreibt. Ich bin also in diesem Business aufgewachsen.
Zu Beginn meines Berufslebens und im Zuge meiner Bachelor-Arbeit im B-to-B-Marketing bei Vodafone habe ich mich dann natürlich noch intensiver mit der Live-Kommunikation befasst. Der Gedanke lag nahe, im Anschluss einen MBA zu machen. Denn im Bachelor-Studium werden die Grundlagen etwa zu VWL und BWL gelegt. Aber die eigentliche Spezialisierung für das spätere Berufsfeld erfolgt ja eigentlich erst beim MBA-Studium – ein wichtiger Grund pro MBA. Und die absolut richtige Entscheidung im Nachhinein.“

Q: „Wie wichtig war der Titel für Ihren Berufsweg?“
A: „Titel sind mir völlig unwichtig. Mit Titeln wird ja auch viel Schindluder getrieben. Viel wichtiger ist im Zusammenhang mit einem Bachelor oder MBA, dass man sich bewusst überhaupt für diese Branche und diesen Beruf entscheidet. Es muss einem klar sein, dass man arbeitet, wenn andere Feierabend machen oder viel Spaß auf einem erfolgreichen Event haben….“

Q: „Dieser Aspekt der bewussten Entscheidung ist Ihnen sehr wichtig…..“
A: „…ja, denn ich erlebe Berufsanfänger ja auch bei uns im Betrieb – und war ja selbst auch mal einer. Es wäre doch sehr demotivierend, einen Bachelor und danach noch einem MBA zu machen, beides Studiengänge, die einem neben dem Job viel, extrem viel abverlangen, um dann im Job später festzustellen, dass der Job doch nicht der richtige ist.“

Q: „Laut einer Umfrage des DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) sind gut 50 Prozent der Unternehmen mit den UNI-Abgängern und mit ihrem fehlenden Praxiswissen unzufrieden.“
A: „Das ist ein weiteres Argument pro MBA Eventmarketing an der TU Chemnitz. Denn genau das zeichnet diesen Studiengang aus - der Praxisbezug. Als Teilnehmer erhält man hier das Handwerkszeug, das man später im konkreten Projekt braucht. Wie gehe ich an ein Thema heran, wie strukturiere ich die Aufgabe, wie setze ich um? An der UNI gibt es dazu die wichtige Theorie, das Modelldenken. In den Seminaren beim Studieninstitut erfährt man, wie sich dieses Wissen in der Praxis anwenden lässt. Da die Teilnehmer ja berufsbegleitend das Studium absolvieren, können sie direkt am nächsten Tag im Job damit durchstarten.“

Sebastian Deeg persönlich erleben, sprechen und befragen kann man am zweiten Tag des CAREER HUB, am 19. Januar 2017, wenn er zu Gast ist in der Talk-Runde Career Check zum Thema „Gedanken im Vorfeld – was jeder beachten sollte, der in die Eventbranche einsteigen will“ von 11:10 bis 12:00 Uhr. Im Expertentalk erläutern Unternehmensberater dann mit Dozenten und vor allem berufstätigen Eventmanagern, worauf es im Job ankommt, wie man sich auf diese Branche vorbereitet und welche Berufsbilder es gibt. Interessierte Zuhörer erfahren ferner, wie die Anforderungen der künftigen Arbeitgeber und suchenden Unternehmen überhaupt aussehen und wie sich interessierte Nachwuchskräfte zielgerichtet bewerben können. Die Teilnehmer dieser Runde sind selbst in Führungspositionen oder streben sie an und können aus erster Hand ihr Praxiswissen und ihre Tipps vermitteln.

Sebastian Deeg sprechen kann man auch in der Talk-Runde Career Watch von 14:00 bis 14:30 Uhr: Hier stellen wir junge und auch erfahrene Event-Manager vor. Wir lassen sie erzählen, wie sie in das Business eingestiegen sind und welche Weiterbildungen dabei karrierefördernd gewirkt haben. Sie berichten auch, was sie anders machen würden oder wo sie Bedarf nach weiterem Know-how sehen. Denn Zusatzqualifikationen, die sich berufsbegleitend absolvieren lassen, ermöglichen weitere und vor allem interessante Aufstiegschancen.
Wo: Halle 7, Stand 7. A12

Bildquelle: Sebastian Deeg, DEEG exhibition & more und Klaus Grimmer, kg-u Unternehmensberatung.
Die Interviews mit Klaus Grimmer und Sebastian Deeg führte Petra Zimmermann.

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